Die Anfänge in unserem Hobby

Das Sammeln begann eigentlich richtig Anfang der 60 - ziger Jahre. Zunächst sammelte jeder für sich allein, schrieb die Vereine an, bat um Nadeln oder Wimpel. Die Artikel waren recht billig, teilweise kostenlos und auch das Porto erschwinglich.

Dann trafen sich die Sammler bei Fußballspielen am Vortag am Hotel, um an die Autogramme und Souvenirs der Gastmannschaft heran zu kommen.

Der erste richtige Treff war zu Ostern 1962 in Leipzigs „Auerbachs Keller“, als hier das Länderspiel DDR - Jugoslawien stattfand. Hier trafen sich Dr. Fritz Zeeh, Siegfried Gruhne, Werner Feldner, Herbert Wolf und Horst Sydow mit Karl Eilert aus der BRD. Das Treffen wurde am 9.5.1971 in der Gaststätte „Paulaner“ wiederholt.

Nach dem LS gegen Jugoslawien (1:2) trafen sich oben genannte Sammler ohne   K. Eilert, dazu Christian Hansen und die Leipziger Sammler am runden Tisch.

Nachfolgend gab es nur kleine private Treffen wie zum jährlichen Schlachtfest in Hohenleipisch bei Werner Feldner.

 

Dann kam gleich der Sammlerhöhepunkt der damaligen Zeit. 1973 trafen sich die Nadelsammler aus der BRD und der DDR in Prag. Allen Teilnehmern werden diese Tage auch wegen den urgemütlichen Nachtstunden in Erinnerung bleiben.

Seit dieser Zeit fuhren die Sammler auch weiterhin zu den Prager Börsen, auch mal nach Bratislava oder zum wilden Tausch Sonntags auf dem Prager Wenzelsplatz.

 

Das erste offizielle Treffen in der DDR organisierte Christian Hansen 1975 in einem Dresdner Kulturhaus. Das war ein großer Erfolg. Dann folgten jährlich weitere Börsen an verschiedenen Orten in Dresden oder Freital.

 

Die 1. Börse in Leipzig konnte ich 1977 nach einem Genehmigungsmarathon im

Speiseraum vom VEB „TAKRAF“ in der Seeburgstraße organisieren. Hier kamen

etwa 30 Sammler und „2 Spione“, aber der Anfang war gemacht. Im Ringcafe

folgte dann noch ein gemütlicher Ausklang.

Im Jahr 1978 trafen wir uns dann im Sportlerheim der BSG Lok West in Leipzig -

Knautkleeberg. Auch diese Börse war recht gut besucht.

 

Dann waren wir wieder in Dresden und dort gab es auf einem Hartplatz auch ein erstes Großfeld-Fußballspiel der Sammler.

1979 luden uns die Sammler aus der Lausitz in das Sportlerheim nach Senftenberg ein.

Da viele noch kein Auto hatten, war die Anfahrt für einige recht kompliziert.

Von diesem Treffen liegt ein schönes Bild vor.

von links: M. Kupfer, W. Feldner, C. Hansen, W. Schramm, H J. Schwabe, B. Stelzner, R. Grisse, W. Krug, Dr. F. Zeeh, D. Höpel, G. Teich, K. Galle, S. Gruhne, J. Brömel, J. Zilesch, W. Wuttke, J. Trappiel, D. Ermer, R. Hawranek, R. Hille, J. Rothkegel, L.
von links: M. Kupfer, W. Feldner, C. Hansen, W. Schramm, H J. Schwabe, B. Stelzner, R. Grisse, W. Krug, Dr. F. Zeeh, D. Höpel, G. Teich, K. Galle, S. Gruhne, J. Brömel, J. Zilesch, W. Wuttke, J. Trappiel, D. Ermer, R. Hawranek, R. Hille, J. Rothkegel, L.

Im Jahr 1980 gründete sich bei der BSG Einheit Dresden - Mitte unter der Leitung von Dr. Bruchmann die Sektion Sportsouvenirsammler. Dort waren zentral alle organisiert.

Weitere Börsen fanden im Sportlerheim von Hohenleipisch und im Bürgergarten Riesa statt. In Leipzig wurden 2x im Jahr kleine Treffen in diversen Gaststätten abgehalten. Diese hatten privaten Charakter, so dass wir das Genehmigungs- verfahren umgehen konnten.

Ab 1981 gab es in vielen Städten Börsen, so in Halle, Berlin, Erfurt, Riesa, Freital und im Neubaugebiet von Karl - Marx - Stadt. Dieser Treff im „Pappelheim“ war stets sehr gut besucht und wurde in den nachfolgenden Jahren zur Tradition.

Hier gab es 1981 auch einen Treff im Kulturhaus von Penig, umrahmt mit einem Kegelturnier.

 

Inzwischen ist die Zahl der Sammler stark angewachsen und war für die Staatsmacht nicht mehr kontrollierbar. So bekam Sportfreund Köhler aus Dessau viel Ärger, als er dort ein Treffen organisieren wollte. Das Ergebnis war, dass sich die Sammler wieder von der BSG Einheit Dresden - Mitte lösen mussten und selbst in ihren Bezirken eigene Sektionen gründen mussten. So kam es in den Jahren 1983 und 1984 zu einer Vielzahl an Gründungsveranstaltungen. Der Bezirk Halle und Magdeburg bei der SG KPV ’69 Halle, der Bezirk Karl - Marx - Stadt bei der BSG Fortschritt Meerane, Erfurt mit Thüringen bei der BSG Robotron Optima Erfurt, Berlin mit den Nordbezirken bei der BSG IHB Berlin, Cottbus in Finsterwalde und Leipzig bei der BSG Chemie.

Neben 2 nachfolgenden Börsen in Leipzig - Leutzsch gab es in anderen Städten weitere Treffen, welche oft mit Kleinfeldspielen oder Kegelturnieren ergänzt wurden. 

 

Fans aus allen Lagern an einem Tisch

 

Von Anfang an gab es in unserer Sammlergruppe keinerlei Probleme untereinander.

Hier sitzt der Lok - neben dem Chemiefan am Tisch und es kommen die Kumpels vom HFC, Union, Dresden oder Aue dazu. Was sich heute die Verantwortlichen der Stadt so wünschten, ist bei uns schon lange Realität.

Natürlich wird auch einmal untereinander gelästert, doch ist das immer unter dem lustigen Aspekt zu betrachten.

So spielten wir alle zusammen in einer Mannschaft Fußball und machten auch viele Vergleiche mit Fanclubs anderer Vereine. Ein Beleg dazu steht unten, entnommen dem Stadionheft von Aue.

Gemeinsam besuchten wir einige FDGB - und später DFB - Pokalendspiele und fuhren gemeinsam nach Prag, Warschau oder Budapest, um die deutsche Nationalmannschaft bei Länderspielen oder Bundesligavereine bei ihren Europapokalauftritten zu unterstützen. Das gemeinsame Autogrammsammeln gehörte dort natürlich auch dazu.

Die Mannschaft von Sachsen Leipzig vor dem Spiel gegen Aue